Militärdienst

Mitte 1996 absolvierte ich in Romont im Kanton Fribourg (CH) die 15-wöchige Rekrutenschule bei den Radfahrertruppen (L Trp RS 224).
Ein Jahr darauf folgte bei der gleichen Einheit die Unteroffiziersschule und der Praktische Dienst als Korporal (18 Wochen).

Da die Radfahrertruppen im Zuge der Armeereform XXI Ende 2003 abgeschafft wurden und es auch in anderen Ländern keine vergleichbaren Truppen mehr gibt, folgt an dieser Stelle eine kurze Beschreibung der damaligen Ausbildung und Aufgaben der Radfahrertruppen.

Die Einführung der Radfahrer in der Schweizer Armee erfolgte im Jahre 1891. Während ursprünglich der Stafetten- und Ordonnanzdienst zu ihren Tätigkeiten gehörte und diese Meldefahrer nur mit einem Revolver bewaffnet waren, entwickelten sich die Radfahrer im 20. Jahrhundert zu einer infanteristisch ausgerüsteten Kampftruppe. Hohe Mobilität, Flexibilität, Anspruchslosigkeit in Bezug auf das Straßen- und Wegenetz und die schnelle, praktisch geräuschlose Verschiebung waren die entscheidenden Vorteile der Radfahrer.

Ausgebildet wurden die Radfahrer hauptsächlich im Orts- und Häuserkampf, in der Bewachung und Überwachung von wichtigen Objekten und ein Teil der Truppe in der Panzerabwehr, im Spreng- und Minendienst oder am Maschinengewehr.

als Rekrut

als Korporal

Radfahrertruppe abseits der Straße

Voraussetzung für die Einteilung bei den Radfahrertruppen war eine hohe körperliche Ausdauer. Denn grundsätzlich fanden alle Verschiebungen auf dem Rad statt. In jeder Rekrutenschule gehörte außerdem ein 200-Kilometer-Tagesradmarsch mit normaler Gefechtsausrüstung dazu (siehe Bild oben links). Im späteren Dienst (Wiederholungskurse) war für Einsatzdistanzen über 100 km auch der Lufttransport mit dem Transporthelikopter Superpuma möglich (siehe Bilder des Rdf Bat 9 WK 2001 - U "Condor").

Zu den Hauptaufgaben der Radfahrerregimente gehörte die Unterstützung der Panzerbrigaden. Dazu zählten zeitkritische Aufgaben wie der Flankenschutz in der Annäherung, das Offenhalten von Brückenübergängen und Engpässen und der Einsatz in überbautem Gebiet. Als schnell einsetzbare Reservetruppe wurden die Radfahrer auch für Überwachungs-, Sicherungs- und Unterstützungseinsätze (z.B. Katastrophen oder der Schutz von Botschaften und internationalen Konferenzen) herangezogen.

Radfahrertruppe auf dem Weg ins Gebirge

Weitere Informationen rund um die Radfahrertruppen: